1930 fand der erste große Wettkampf im Bridge, wie wir es heute kennen, statt. England gegen USA, mit Ely Culbertson, der mit seinem Team gewann und anschließend viel für die Verbreitung des Bridge tat. So ein Boom täte dem heutigen Bridge gut, aber leider ist der aktuell nicht zu erwarten. So trafen sich diesen Sonntag statt wie vor 40 Jahren noch 20 Paare nur 9 Paare, um im „1930“, dem Clublokal des Golfclubs Viernheim/Mannheim, ein Turnier zu spielen.
Es war wie die Male davor wieder ein sonniger Tag. Die beginnende Laubfärbung zusammen mit der milden Sonne ließ die Golfanlage in einem herrlichen Licht strahlen, sodass nicht nur der Blick in die Karten, sondern auch aus den Fenstern Freude bereitete.
Die Karten waren heute für mutige Reizer gemischt. Meist waren die Verteilungen freundlich für den Alleinspieler, zumindest auf Ost-West war dies der Fall. Ein Beispiel ist Board 15:

Wenn Süd korrekt 1 Karo eröffnet, sollte West den Mut aufbringen und sich mit 1 Coeur einmischen. Nach 3 Karo von Nord, reizt Ost 3 Coeur. Angesichts der Gefahrenlage wäre es trotz der 18 Punkte keine gute Idee von Süd, noch 3 SA zu reizen. Denn KD3 in Coeur ist trügerisch und nicht mehr als ein einfacher Stopper. Bei uns fand West die Zwischenreizung nicht und so landeten Nord-Süd am Ende in 2 SA, weil Nord trotz Single Coeur nicht in drei Karo ausbessern wollte. Nach Coeur Ausspiel und 5 Runden Karo, war West in der schwierigen Disziplin des richtigen Abwurfs gefragt. 2 Treff und 2 Pik sind hier korrekt und so gelang es Ost-West, den Alleinspieler auf 7 Stiche zu halten.
Das Ergebnis konnte knapper nicht ausfallen. Es gab zwei Sitztische, da wir mit Rover gespielt haben. Paar 1 spielte auf Nord-Süd und Paar 9 auf Ost-West. Offensichtlich war das für beide Paare hilfreich, nicht wechseln zu müssen, denn beide spielten über 70%, was normalerweise für den ersten Platz reicht. Diesmal jedoch nicht. Der Sieg ging denkbar knapp an Paar 1, Helga Träger – Renate Hagedorn, die mit ganzen 0,2 MP mehr die glücklicheren waren. Doch auch Paar 9, Erika Sattler – Alexander Hornig, freuten sich über ihre 71,2 %. Hier das Ergebnis mit Boardzetteln und Privatscores.
Vielen Dank an Fritz Hunn für die Organisation vor Ort. Er sorgte auch dafür, dass wir zum Abschluss des Tages eine wunderbare Lasagne genießen durften und uns auf eine Wiederkehr ins „1930“ freuen.

